Diorama nach Wiener Motiven

Dieser Zug fährt Wiental 
eine Zeitreise ins Wien der beginnenden 1960er

 

Die Anlage spielt im Zeitraum 1955-1962. Eine Zeit des großen Umbruchs bei den Wiener Verkehrsbetrieben. In allen Betriebszweigen, egal ob Straßenbahn-, Stadtbahn-, oder Busbetrieb. Viele Fahrzeuge der Straßenbahn stammten noch aus den Anfangsjahren der elektrischen Betriebsführung, dementsprechend war auch der Ruf der „alten Wiener Tramway“. Sie galt in der Bevölkerung als veraltetes Verkehrsmittel. 
Der Fokus des Verkehrswesens lag damals am Individualverkehr. Die Straßenbahn galt auch in der Stadtpolitik als Rückständig und sollte der Modernisierung weichen.

Eine erste Umstellungswelle am Übergang der 1950er-/60er-Jahre ersetzte zahlreiche, zumeist innerstädtische Straßenbahnlinien durch Buslinien. Dem Modernisierungswahn folgend wurden Verkehrsbauwerke errichtet welche hauptsächlich dem Autoverkehr dienten und so wurden dort die Straßenbahnlinien gekappt, oder so wie und die Fußgänger unter die Erde verbannt.

 

Fuhrpark

Nachfolgend ein kurzer Einblick in die damals vorherrschende Typenvielfalt bei den einzelnen Betriebszweigen Wiener Verkehrsbetrieben

 

Autobus

Obwohl der Großteil des Wagenstands beim Busbetrieb durch die zahlreichen vor kurzem eröffneten Linien relativ neu war verkehrten noch die letzten „Oldtimer“, urige Gefährte aus der Zwischenkriegszeit.

Die WIVO-Busse aus dem Jahr 1929 erfuhren, abgesehen vom Umbau auf Rechtsverkehr, bei einer Modernisierung noch einen Umbau auf geschlossene Mitteleinstiege.

Um der Bevölkerung die Umstellung der Straßenbahnlinien auf, wie von der Stadtregierung behaupteten „flexiblen Busbetrieb“ als möglichst weltstädtisch zu verkaufen entschied man sich bei der Fahrzeugwahl für Doppelstockautobusse.  

 

O-Bus

Dem Oberleitungsbus war in Wien kein recht langes Leben bestimmt. Lediglich von 1946-1958 fuhr dem Verlauf der heutigen Autobuslinie 35A entsprechend ein O-Bus, damals mit dem Liniensignal 22. Die Strecke führte vom Gürtel entlang der Krottenbachstraße in den Winzer- und Heurigenort Salmannsdorf. 

Obwohl in den 1940er-Jahren aufgrund von Treibstoffmangel mehrere innerstädtische Linien auf O-Bus zur Umstellung vorgesehen waren, kamen diese Pläne nicht zur Anwendung und so blieb die Linie 22 bis zu ihrer Umstellung auf Autobusbetrieb im Dezember 1958 stets ein Fremdkörper im Liniennetz der Wiener Verkehrsbetriebe.

 

Stadtbahn

Die „Wiener Elektrische Stadtbahn“ geht auf die Planungen des Visionär und Stadtplaners Otto Wagner zurück, welcher der 1898 noch als Dampfstrecke eröffneten Stadtbahn, ihr noch heute vorhandenes Erscheinungsbild verpasste.

Nach der Übernahme der Strecken durch die Gemeinde Wien im Frühjahr 1924 von der Staatsbahn und der Elektrifizierung der Stadtbahn wurde in den Jahren 1925-27 ein entsprechender Wagenpark angeschafft.

Im Jahr 1954 wurden die Garnituren aus der Anfangszeit im Zuge eines Modernisierungspakets abgeräumt und, unter Weiterverwendung einer Vielzahl der elektrischen Bauteile zwischen 1954-61 neu gebaut.

Die Streckenführung entlang des Wienflusses sowie des Donaukanals und des Gürtels war auch namensgebend für die Linienbezeichnung.

 

Straßenbahn

Der Übergang der 1950er-Jahre auf die 1960er-Jahre war geprägt von zahlreichen Linieneinstellungen. Zwischen 1958 und 1962 wurden nicht weniger als 9 Straßenbahnlinien mit einer Gesamtlänge von mehr als 26km auf Autobusbetrieb umgestellt. 

Doch nicht nur Kompletteinstellungen ganzer Streckenabschnitte, sondern auch die Einstellung der damals stark genutzten Durchgangslinien war der Fokussierung der Stadtregierung auf den Autoverkehr geschuldet. Die Durchgangslinien verkehrten über die Ringstraße und verknüpften dadurch zwei Straßenbahnlinien. 

Die damalige Zeit war auch eine Zeit des Umbruchs beim Wagenpark. So wurden damals hochmoderne Gelenktriebwagen zeitgleich neben Fahrzeugen aus der Anfangszeit des elektrischen Betriebes und Beiwagen aus der Zeit des Dampfbetriebes eingesetzt. 

So kamen Triebwagen der New Yorker Straßenbahn ab dem Jahr 1950 in Wien in Verkehr und prägten, durch ihr für Wien total befremdliches Erscheinungsbild, vor allem das Stadtbild jenseits der Donau und wurden bis Herbst 1969 eingesetzt.

 

Schnellbahn

Übergeordnet im Wiener Verkehrsnetz war die Wiener Schnellbahn welche von Beginn an im Tarifverbund verkehrte, jedoch stets von der ÖBB betrieben wurde.

Die ÖBB setzte im Jahr 1962 mit der Reaktivierung der Wiener Verbindungsbahn am Abschnitt Meidling-Praterstern als Wiener Schnellbahnstammstrecke neue Maßstäbe. In Verbindung mit der Möglichkeit ohne Umsteigen ins Wiener Umland zu fahren und durch zahlreiche neuen Verkehrsbauwerke entlang der Strecke welche ein bequemes Umsteigen zwischen Stadtbahn und Straßenbahn ermöglichte, wurde man den Fahrgastmassen bald nicht mehr Herr.


Autoverkehr

Während die Anzahl der privaten PKW in Wien zwischen 1950 und 1954 von 19.120 auf 33.318 vergleichsweise langsam anstieg, explodierte die Anzahl der Zulassungen im Jahr 1955 auf knapp unter 50.000. 

Die darauffolgenden Jahre nahm der Autoverkehr in Wien immer mehr zu und so wurden jährlich knapp 15.000 Fahrzeuge neu zugelassen. Bis 1963 waren in Wien knapp 200.000 Autos zugelassen.

Zeitgleich mit dem Anstieg der PKW wurde im Jahr 1959 auch die Parkraumbewirtschaftung eingeführt.